Häufige Fragen zum Alterssimulationsanzug

Wie unterscheiden sich die Anzüge, warum gibt es drei verschiedene Modelle?

Bei einfachen Alterssimulationsanzügen kommen viele der verwendeten Simulationselemente aus dem Sportbedarf. Das genügt auch für die Ersterfahrung. Professionelle Alterssimulation stellt aber höhere Anforderungen, Profis brauchen möglichst realistische Einschätzungen der Veränderungen zur korrekten Bewertung der Lebenssituation der Älteren ohne Unter- und Übertreibungen. Der SD&C Senior Suit ® Delta ist dafür eine patentrechtlich geschützte Spezialentwicklung. Einfache Simulationsbrillen simulieren z.B. das im Alter veränderte Sehen nur als Eintrübung der Linse, als Katarakt oder Grauen Star, was eigentlich eine seltene Alterserkrankung ist, die nicht jeder bekommt. Die SD&C Alterssimulationsoptik simuliert aber, was weltweit einzigartig ist, die Veränderung der Sehschärfe als Folge eines schwächeren Ziliarmuskels. Dem Mittelwert des funktionellen Nachlassens der Sehschärfe und seinem Streubereich wird gefolgt. Die Simulation der veränderten Sehschärfe ist bei der Alterssimulation wichtig, da das Sehen der Hauptsinn des Menschen ist und der Sehschärfeverlust im Alter alle Menschen erreicht. Es gibt zudem über den Sport hinausgehende praktische Anforderungen an die Alterssimulation im professionellen Einsatz. Die bei der praktischen Alterssimulation nötige schnelle Anpassung der Hauptgewichte für kleinere und leichtere Personen, der erforderliche festere Sitz der Simulationselemente am Körper beim Einsatz in der Arbeitswelt und die einfache Waschbarkeit der ganzen Anzüge gehen über den Sportbedarf hinaus. SD&C bietet deswegen drei Stufen der Professionalität an: einfache Sensibilisierung (Alpha), Schulung (Beta), Design und Tests (Delta). Im Detail sind die entsprechenden Unterschiede zwischen Alpha, Beta und Delta aus den Beschreibungen und dem Lieferumfang im Katalog ersichtlich.

Gibt es eine wissenschaftliche Basis für die Alterssimulation?

Inzwischen gibt es mehrere Institutionen, die die menschliche Leistungsveränderung im Alter erfoschen und die teils eigene Simulationsanzüge entwickelt haben. Wir kennen weltweit 25 verschiedene Simulationsanzüge und vier Doktorarbeiten zur Alterssimulation. In den wissenschaftlichen Arbeiten werden unterschiedliche Methoden der Simulation erprobt und diskutiert. Die Wirksamkeit und Nützlichkeit der Alterssimulation im praktischen Einsatz ist erwiesen, sowohl beim Einsatz in der Lehre als auch in industriellen Produkt- und Arbeitsplatzgestaltung.

Der Alterssimulationsanzug von SD&C beruht auf den mit der ISO 20282 referenzierten menschlichen Leistungsverläufen. Die Komponenten des Alterssimulationsanzuges von SD&C sind auf eine Alterung um 20 oder wahlweise 40 Jahre ausgelegt, teils lassen sich Leistungsfunktionen über 9 Stufen, teils linear von 100% auf 0% verändern.

Zu beachten ist, dass sich die Alterssimulation stets mit der Ausgangsleistung einer Person multipliziert. Soll eine subjektiv genaue Simulation erzielt werden, sind die Ausgangswerte einer Testperson festzustellen und die Simulationsintensität ist daran anzupassen.

Soll eine Produkt- oder Arbeitsplatzbewertung erfolgen, so liefert der Alterssimulationanzug sofort brauchbare heuristische Werte im Sinne der Gebrauchstauglichkeit (Ease of Operation und Usability). Wegen des sogenannten "Lupeneffekts" ist ein Alterssimulationsanzug auch zur Gestaltung von Produkten und Arbeitsplätzen für Jüngere nützlich, denn er verstärkt und verdeutlicht so bestehende Gestaltungsprobleme. Sollen nicht nur qualitative sondern auch quantitative Werte ermittelt werden, so sollte der Alterssimulationsanzug mit mehreren jüngeren Testpersonen eingesetzt und die Ergebnisse gemittelt werden.

Soweit Vergleichstest durchgeführt wurden, ist der SD&C Senior Suit Delta ein weltweites Topprodukt in Bezug auf Realitätsnähe der Simulation, Einfachheit der Handhabung, Qualität und Design.

Wie lange dauert das Anlegen? Müssen Kleidung und Schuhe abgelegt werden?

Das Anlegen des Alterssimulationsanzuges dauert keine 5 Minuten, wenn eine geübte Person dabei hilft. Der Alterssimulationsanzug wird über die Bekleidung angelegt. Der Simulationsanzug kann auch angelegt werden, wenn Frauen Kleider tragen, aber das Tragen legerer Kleidung mit Hosen ist zu empfehlen, wenn man sich darauf vorbereiten kann. Mäntel und Jacken sollten abgelegt werden, denn es wird einem von der Anstrengung warm. Das Anlegen ist auch mit Schuhen möglich - aber das Wiederanziehen von Schuhen im angelegten Simulationsanzug ist eine Aufgabe, die einem das plötzliche Ältergewordensein gut spüren lässt und die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Können Kinder die Alterssimulation mitmachen? Müssen für kleinere und schwächere Personen Anpassungen erfolgen?

Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn die Alterssimulation für unterschiedliche Ausgangsalter wird dadurch kompliziert, dass die Alterungskurven für Sehen, Hören, Kraft und Beweglichkeit unterschiedliche Verläufe haben. Hier soll etwas Orientierung gegeben werden.

Mit den SD&C Senior Suits sind Anpassungen an Männer und Frauen, an Kinder, an das Ausgangsalter und an die individuelle Konstitution einer Testperson möglich. Das Sehen kann mit dem hochklappbaren Visier der Simulationoptik auf 20 oder 40 Jahre Alterung eingestellt werden, der Hörverlust ist über den elektronischen Tinnitus stufenlos veränderbar, und die Gelenkbandagen können unterschiedlich stramm angelegt werden. Die unterschiedliche Ausgangskraft lässt sich mit den neun Gewichtspatronen für den Brustbereich verändern, und beim Senior Suit Delta auch mit den je neun Patronen in den Gewichtsmanschetten für jede Extremität.

Die Alterssimulationsanzüge von SD&C sind für Körpergrößen zwischen 150 cm und 200 cm ausgelegt und passen auch korpulenten Personen. Die Gewichte haben bei der Alterssimulation einen besonders starken Effekt, und ihre Einstellung kann angepasst werden. Alle Senior Suits haben Taschen für die schnelle und einfache Gewichtsanpassung. Beim Simulieren der richtigen Kraft für einen Alterungseffekt von 40 Jahren wird sich am Körpergewicht orientiert, bzw. am Normalgewicht für die Körpergröße, falls das Körpergewicht zu hoch ist. Teilt man das Normalgewicht durch 8 und zieht davon 2 ab, erhält man die korrekte Anzahl der Patronen. Ab einem Gewicht von 88 kg sind alle 9 Patronen einzusetzen, für den Durchschnittsmann mit 175 cm Größe und 80 kg Gewicht sind es 8 Gewichte, für die etwas leichtere Durchschnittsfrau von 165 cm Größe sind 6 Gewichte angemessen. Personen oder Kindern mit nur 40 kg Gewicht würde man also nicht mehr als drei Gewichte geben.

Bei Kindern ist zu beachten, dass sich eine Alterung der Kraft um wenige Jahre nicht darstellen lässt, denn bis zum 30 Lebensjahr wird ihre Kraft ja noch zunehmen. Aber ein höheres Alter ist bei Kindern simulierbar. Die sensorische Simulation wirkt bei Kindern nicht so intensiv, da sie gegenüber Erwachsenen eine noch deutlich bessere Anpassungs- und Kompensationsfähigkeit haben. Beachtet man das jedoch, können bereits Kinder von der Alterssimulation profitieren. Und viel Spass daran haben.

Formel zur Simulationslastberechnung

Können die Simulationskomponenten auch einzeln und ohne Overall angelegt werden?

Im Prinzip ja. Beim Anlegen von nur einzelnen Komponenten sollte man sich allerdings der simulationstechnischen Bedeutung bewusst sein. Simulationstechnisch ist der Alterungsprozess ein Ganzes, der in der parallelen Alterung aller Zellen und Organe des menschlichen Körpers besteht. Die funktionellen Kompensationsmöglichkeiten für alles Tun im Alter sind eingeschränkt. Ein Beispiel: Will ein Älterer die Batterien in seinem Hörgerät austauschen, so hat er optisch mit der Schwierigkeit zu tun, die winzige Klappe am Gerät zu finden, und auch der eingeschränkte Tastsinn hilft ihm nicht mehr so gut, Erhöhungen und Vertiefungen am Gerät zu finden. Fällt das Gerät dabei gar herunter, kann er anhand des Aufschlagens das Gerät womöglich nicht mehr akustisch orten, und auch das Bücken nach unten fällt nun schwerer. Simuliert man nur mit einzelnen Komponenten, nur mit den Simulationshandschuhen oder nur mit der Simulationsoptik, so erleichtert man den Vorgang durch die Kompensationsmöglichkeit mit den jungen Fähigkeiten, man verlässt also den Bereich der realistischen Alterssimulation und macht etwas anderes.

Der Overall kann beim Modell Alpha und Beta prinzipiell auch weggelassen werden, und die Simulationswirkung bleibt im Großen und Ganzen erhalten. Abgesehen von der psychologischen Wirkung des 'Einsteigens ins Alter' verringert man so aber auch den Schutz der Bekleidung der Testperson vor den Klettverschlüssen und man erhöht die Notwendigkeit der hygienischen Reinigung der Simulationselemente nach dem Einsatz, insbesondere beim direkten Auflegen der Simulationselemente auf die Haut. Und wenn es den Testpersonen im Overall schneller warm wird, so ist das nicht unerwünscht, denn das ergänzt einen Zustand, wie ihn Ältere an sich erleben, wenn die physiologische Belastbarkeit nachgelassen hat. Ältere sind schneller 'außer Puste' und ihnen wird schneller warm.

Wie bucht oder mietet man einen Senior Suit? Wie lange vorher muss man buchen?

Die Anmietung eines Senior Suit kann notfalls von einem Tag auf den anderen erfolgen, aber die meisten reservieren sich den Termin weit im Voraus, so dass die gewünschten Anzüge nicht ausgebucht sind. Ein Termin für einen Workshop, einen Gesundheitstag oder einen betreuten Einsatz sollte mindestens einen Monat im Voraus angefragt werden.

Zum Bestellen eines Senior Suits wählt man im Katalog ein Modell aus und schreibt eine kurze E-Mail an info@sdxc.de unter Angabe der Liefer- und Rechnungsadresse. Man erhält dann ein Angebot, das signiert als Fax oder Scan zurückzusenden ist. Kleinere Mengen bis 5 Stück treffen meist zwei Werktage nach der Bestellung ein.

Braucht man zum Mieten eines Senior Suit eine Einweisung in die Alterssimulation?

Grundsätzlich nicht, denn die Simulationsanzüge sind einfach zu handhaben und selbsterklärend in der Anwendung. Zudem ist stets eine Gebrauchsanleitung dabei. Während die Simulationsanzüge einfach zu nutzen sind, so kommen aber bei den künstlich gealterten Personen regelmäßig Fragen über die menschliche Alterung auf, zur Biologie und Physiologie des Prozesses, zu den Möglichkeiten der Kontrolle, zum gesunden Altern und zu individuellen Beschwerden. Grundsätzlich haben Mieter mit medizinischen Vorkenntnissen keine Probleme, diese Fragen zu beantworten und es entwickeln sich nützliche Gespräche. Für Mieter aus anderen Metiers bieten wir Einweisungen in die Theorie und Praxis der Alterssimulation an.

Kann man einen Senior Suit vor dem Kauf testen?

Ja. Zwei Wege bieten wir an: Alle Anzugmodelle können bei SD&C in der Firma im Norden von München kostenfrei getestet werden. Der andere Weg ist das Anmieten und die volle Kostenerstattung beim Kauf.